Neun Tage, sieben Nächte

18.10.20 15:19

Der erste „große“ Urlaub mit Spirto.

Zwei Wochen Feri­en und eine davon mit Spir­to in Nord­deutsch­land an der Nord­see unter­wegs. Lan­ge schon geplant und end­lich ist es soweit. 
Schon am Anfang der Woche haben wir den gesam­ten Haus­rat in Spir­to ein­ge­räumt, wie­der aus­ge­räumt, umge­packt und gut ver­staut. Was ist in einer Woche alles mit­zu­neh­men? Von den per­sön­li­chen Din­gen, wie gute Klei­dung, jedoch kei­ne Abend­gar­de­ro­be, nor­ma­le Sachen und Wan­der­aus­rüs­tung mal ganz abge­se­hen, muss­te auch an Hygie­ne­ar­ti­kel in aus­rei­chen­der Men­ge gedacht wer­den. Gut, wir haben jetzt kein Klo­pa­pier gehor­tet, jedoch noch zwei wei­te­re Rol­len ein­ge­packt. Auch Holz für ein even­tu­el­les Lager­feu­er und die Feu­er­scha­le gin­gen mit. Dafür konn­ten die bei­den SUPs hier zu Hau­se bleiben. 

Für die Fla­schen gab es die Fla­schen­trä­ger aus Stoff. Die­se pas­sen gut in der Heck­ga­ra­ge hin­ein. 
Zwei Fla­schen Gas, davon eine ange­fan­gen, soll­ten rei­chen. Über­wacht wird die­se durch die Tru­ma App. Mit Hil­fe die­ser App kön­nen wir den Gas­stand prü­fen, per Blue­tooth oder per SMS die Hei­zung und /oder das war­me Was­ser steu­ern und sehen, wel­che Tem­pe­ra­tur in Spir­to herrscht. Wei­ter­hin haben wir ein Über­blick über die Wohnraumbatterie. 

Musel hat für jeden Tag ein groß­ar­ti­ges Gericht geplant. Alle Zuta­ten dafür sind auch gut ver­staut. Bröt­chen und Kräu­ter sind im Eis­fach unter­ge­bracht. Gekühl­te Lebens­mit­tel, wie Milch, Blät­ter­teig, Mar­me­la­de usw. in den Kühl­schrank. Alles ande­re ist hin­ten in einer Kis­te. 
Heu­te am Mitt­woch sind wir noch schnell tan­ken gefah­ren und danach gleich auf die Waa­ge beim Recy­cling­hof in Alberts­hof. Wir konn­ten sit­zen blei­ben, muss­ten nicht aus­tei­gen. Das Ergeb­nis kam per Zuruf: 3.200 kg. Dafür gab es einen Fün­fer für die Kaf­fee­kas­se, weil der Betrieb kein Geld woll­te. Er mein­te noch zu uns, das ande­re Fahr­zeu­ge, wenn sie wie­gen kom­men meist am Limit sind. Für uns war es eine Freu­de und Erleich­te­rung, dass noch 300 kg ein­ge­la­den wer­den kön­nen. Jetzt haben wir auch ein Gefühl, was die­se Zula­dung betrifft. 

Bad Wilsnack

Gut vor­be­rei­tet kön­nen wir am Sams­tag los­fah­ren. So zogen wir durch die Land­schaft, um nach der gro­ßen Bau­stel­le bei Ora­ni­en­burg die Auto­bahn zu befah­ren. Dann Neu­rup­pin-Süd wie­der run­ter, weil auch danach eine Bau­stel­le ange­kün­digt war. Also schlepp­ten wir uns über die Umlei­tung und eini­gen Abkür­zun­gen bis nach Bad Wils­nack. 
Vor­ab hat­ten wir uns schon erkun­digt, ob wir reser­vie­ren müs­sen. Die tele­fo­ni­sche Aus­kunft besag­te „Nein, es sind nur sehr weni­ge Besu­cher vor Ort.“ Ein Plätz­chen zwi­schen zwei gro­ßen Mobi­len war uns bei­den ganz recht. Zwar war der Platz noch lan­ge nicht voll, jedoch muss­ten wir dann nicht so lan­ge bis zum Bad lau­fen.  
Kur­zes Anste­hen am Schal­ter und dann noch den Rabatt fürs Geburts­tags­kind ver­han­delt, (schließ­lich war im April die Sau­na hier zu) und schon konn­ten wir hin­ein.  Oh Gott, was sind das für Mas­sen an Men­schen. Wenn wegen Coro­na nur die Hälft rein gelas­sen wur­de, möch­te ich nicht an einem nor­ma­len Tag hier sein. Zum letz­ten Mal waren wir bestimmt vor 15 Jah­ren hier. Es hat sich kaum etwas ver­än­dert.  Im Win­ter­gar­ten gab es zwei Lie­gen für uns, die wir die gesam­te Zeit in Beschlag nah­men. Obwohl es eigent­lich nicht erwünscht ist.  In den ein­zel­nen Sau­nen war die Men­ge an Benut­zern begrenzt. So muss­ten vor­ab immer die Schuh­paa­ren gezählt wer­den, um zu prü­fen, ob man noch rein­darf. In einer gro­ßen Sau­na für 200 Leu­te durf­ten „nur“ 60 Leu­te rein. Dort gab es stünd­lich einen Auf­guss. Das haben wir uns gespart. Wir haben es uns lie­ber hier gemüt­lich gemacht. 

Nach der ers­ten Nacht sind die­se Wer­te aufgetreten: 

Gas                            22%   2,42 kg                           =   0,99 kg ver­braucht
Strom                       88%                                            =   24 Ah ver­braucht                              
Kilo­me­ter­stand    2.549                                          =  152 km

Schlüttsiel

Nun, so früh am Mor­gen sind wir hier im Urlaub nicht auf­ge­stan­den. Unser Ziel ist heu­te die Nord­see. Dazu ist jedoch die Fahrt ohne Auto­bahn mit sie­ben Stun­den zu lang. So zuckel­ten wir zunächst über die Klein­städ­te: Kyritz … bis zur A24 und von dort run­ter auf die B404 in Rich­tung Lübeck. Um die Stadt Rends­burg zu errei­chen, muss­ten wir auch hier im Nor­den ein Umweg fah­ren. 
Rends­burg, unser Zwi­schen­auf­ent­halt. Eine klei­ne Stadt mit der Eider als längs­ten und gleich­zei­ti­gen Grenz­fluss zwi­schen Schles­wig und Hol­stein. Auch die bekann­te Hoch­brü­cke, die seit 1913 den Nord-Ost­see-Kanal als Eisen­bahn­brü­cke über­quert ist hier zu erstau­nen.  Mais­bur­ger gab es zum Mit­tag auf die Hand. Beim Bäcker noch Kuchen für spä­ter geholt. Dann über den Schloss­platz wei­ter zur Schiffs­be­grü­ßungs­an­la­ge. Hier waren wir erstaunt über die gro­ße Ansamm­lung von Leu­ten. Heu­te war eine Regat­ta mit drei Boo­ten. Der deut­sche Junio­ren Ach­ter mit einem pol­ni­schen und einem wei­te­ren deut­schen Boot tru­gen den Wett­kampf über 15 Kilo­me­ter aus. Den Ein­lauf konn­ten wir live im Bier­gar­ten mit­er­le­ben. Ein klei­nes High­light an die­sem Tage. Danach ging es unter dem Kanal hin und zurück. 56 Meter lan­ge Roll­trep­pen waren mal die längs­ten in Euro­pa (1965) gewe­sen. Man hat­te fast das Gefühl zu schwan­ken. Gar nicht dran zu den­ken, wie viel Was­ser über einem da so fließt. Wie­der oben konn­ten wir die rie­si­gen Schif­fe bestau­nen, die auf dem Kanal fah­ren. Es sind ja auch nur 16 Kilo­me­ter von der Ost­see zur Nordsee. 

Kühl, jedoch son­nig ging es nach die­sen zwei bis drei Stun­den wei­ter in Rich­tung See. Über Husum dann immer am Deich ent­lang. Der aus­ge­such­te Platz: ein pri­va­ter Ver­mie­ter für 5€ pro Nacht.  Der Wie­sen­stell­platz liegt in Schlütt­siel. Als wir jedoch dort anka­men waren uns zu vie­le PKWs vor Ort. Kurz vor­her hat­ten wir einen Park­platz an der Stra­ße gese­hen. Also die­ser Bezahl­platz schien dann auch nicht viel bes­ser zu sein. Zum Über­nach­ten sind wir auf „unse­ren“ pri­va­ten Platz gefah­ren. Hier haben wir Spir­to abge­stellt und die Flat­Jack unter­ge­legt, um eini­ger­ma­ßen gera­de­zu­ste­hen.  Doch zunächst über den Deich eine klei­ne Run­de dre­hen. Wenig Was­ser und vie­le Buh­nen. Wahr­schein­lich nicht ein­mal Ebbe oder das Wat­ten­meer, son­dern es sieht hier immer so aus. Even­tu­ell zur Land­ge­win­nung. Zum Abend gute Öko-Bio Kar­tof­feln vom Bio Hof Jost­meis­ter mit Gemü­se. Die Nacht war ruhig. Erst gegen Mor­gen fuh­ren eini­ge Last­kraft­wa­gen und Fahr­zeu­ge an uns vor­bei. Vom Früh­stücks­tisch aus konn­ten wir den Scha­fen auf dem Deich zuschau­en. Mit dem einem habe ich mich dann noch angelegt.

Nach der zwei­ten Nacht sind die­se Wer­te aufgetreten: 

Gas von                   11%   1,21 kg                           =   1,21 kg ver­braucht
Strom                       90%                                            =   20 Ah ver­braucht                              
Kilo­me­ter­stand    2.908                                          =   359 km

Sylt

An die­sem Mon­tag ging es durch die Dör­fer immer so weit wie mög­lich an der Küs­te ent­lang. Teil­wei­se schma­le Stra­ßen, jedoch gut zu befah­ren. Falls uns mal jemand ent­ge­gen­kam sind wir am Rand sehen geblie­ben. Ohne es zu mer­ken waren wir dann plötz­lich in Däne­mark. Klar, die Stra­ßen wur­den bes­ser. Man muss­te lang­sa­mer fah­ren. Kei­ner­lei Kon­trol­len oder Grenz­punk­te haben wir vor­ge­fun­den. In den Dör­fern stan­den vie­le Objek­te zum Ver­kauf. Wir fuh­ren immer wei­ter bis auf die Insel Rømø. Von hier geht die Fäh­re nach Sylt. 
Die Kos­ten der Über­fahrt mit der Fäh­re oder dem Zug blei­ben gleich. Man hat zwar eine län­ge­re Anfahrt, dafür jedoch mehr Platz auf dem Schiff mit der Höhe und Brei­te von Spir­to. Auch Anste­hen muss­ten wir kaum. 
Schon nach einer drei­vier­tel Stun­de waren wir in List. Die Zeit ver­brach­ten wir an Deck, um unser Ziel immer näher kom­men zu sehen. Eine hal­be Stun­de Fahrt und schon waren wir auf dem Cam­ping­platz in Kampen. 


Die­sen hat­ten wir vor­ab gebucht. Auf unse­rem Wunsch hin gab es einen Platz ohne wei­te­re Bele­gung. Ins­ge­samt war der Platz wenig befüllt. Die Dau­er­cam­per waren nicht mehr da oder muss­ten bis Ende der Woche die Wohn­wa­gen run­ter­brin­gen. Umso mehr Platz hat­ten wir. Strom haben wir nicht bezo­gen und zwei Dusch­mar­ken mit je 10 x soll­ten aus­rei­chend sein für die­se drei Tage. 
Bei die­sem schö­nen Wet­ter sind wir erst ein­mal an den Strand und in Rich­tung Wen­nings­tedt gelau­fen. Unse­rer Ansicht nach waren jede Men­ge Leu­te am Strand unter­wegs. Eigent­lich wur­de es immer vol­ler je näher wir der Stadt kamen. Den Rück­weg woll­ten wir übers Land machen. Doch zwi­schen­durch kamen wir bei “Gosch- Am Kliff” vor­bei und konn­ten dort einen Platz ergat­tern. Für die Geträn­ke (zwei Wein und ein Glas Was­ser 15€) muss­ten man sich extra anstel­len und bar bezah­len. Das Essen soll­te man sich von der Kar­te aus­su­chen und nor­mal bestel­len. Bei uns kam jedoch kei­ner mehr vor­bei, um zu fra­gen, ob wir essen woll­ten. So haben wir auch etwas Geld gespart. Unse­re Bar­geld­re­ser­ven waren wegen des Wei­nes schon auf­ge­braucht. Kurz nach uns wur­de der Laden so rich­tig voll. Alle ande­ren wur­den mehr­fach belehrt, die Mas­ken zu tra­gen, weil das Amt Kon­trol­len macht. In die­ser Ver­schnauf­pau­se haben wir für den Rück­weg genü­gend Kraft gesam­melt. Alle drei sind wir durch die Stadt und über Rad­we­ge bis zu Spir­to gelau­fen. Unser Abend­essen waren die Res­te vom Vortag. 

Der Diens­tag beginnt mit einem Früh­stück und Bröt­chen vom ört­li­chen Becker. Mit den „klei­nen Frie­sen“ haben wir einen sehr guten Griff gemacht. Die­se schme­cken lecker und sät­ti­gen außer­or­dent­lich. Heu­te geht es noch zu dem Natur­schutz­park im Nor­den.  Auf dem Park­platz war kaum Betrieb, jedoch wur­den Gebüh­ren in Höhe von 3€ am Tag ein­ge­zo­gen. In alle (oder fast wie sich spä­ter her­aus­stell­te) Sachen ein­ge­packt sind wir los in Rich­tung Nor­den und wol­len von dort wei­ter nach List und zurück zum Fahr­zeug. Also eine lan­ge Tages­wan­de­rung. Das Wet­ter war win­dig bis stür­misch, jedoch tro­cken. 
Oben, also ganz im Nor­den ange­kom­men woll­ten wir zum nörd­lichs­ten Punkt von Deutsch­land. Irgend­wie soll­te dort auch ein Schild ste­hen. Lei­der haben wir die­ses nicht gefun­den. Wahr­schein­lich ist es jetzt im Was­ser, weil die Insel immer klei­ner wird. So blieb uns nur sich in den Sand zu set­zen. Nach dem ers­ten war­men Schluck Tee fiel uns auf, dass ich ver­ges­sen hat­te eini­ge Snacks für die Wan­de­rung mit­zu­neh­men. 
Uns knurr­ten die Mägen und die Stim­mung hat­te sich dem Wet­ter ange­passt. Ent­lang am Leucht­turm um die öst­li­che (jetzt wei­ter süd­li­che) Spit­ze her­um kam das Wat­ten­meer in Sicht. Dort wei­ter­ge­lau­fen in Rich­tung eini­ger Häu­ser und wie­der zurück zum Strand, weil wir auf der Stra­ße nicht lau­fen woll­ten. Eine schö­ne Tour, um den Nor­den von Deutsch­land zu erkunden. 


Zurück auf dem Cam­ping­platz war unser zuge­wie­se­ner Stell­platz Num­mer 72 von einem Wagen besetzt. In der Rezep­ti­on wur­de uns gesagt, wir kön­nen auch einen ande­ren Platz neh­men. Das woll­ten wir auch tun und sind in ein Sepa­ree gefah­ren. Dabei hat­te ich aller­dings nicht den Höhen­un­ter­schied beach­tet und habe bei Spir­to einen Scha­den ange­rich­tet. Nun ist das Aus­puf­fend­rohr abge­ris­sen und die Hal­te­rung total ver­bo­gen. Nach­dem Spir­to jetzt erst ein­mal gut steht (vor­ne auf den Luft­kis­sen, damit alles schön gera­de ist), bin ich run­ter­ge­kro­chen um den Scha­den zu begut­ach­ten. Ich den­ke zur Werk­statt müs­sen wir nicht. Wenn ich ein wenig Draht bekom­me, soll­te ich das Rohr befes­ti­gen kön­nen. 
So, der Platz­wart hat ein Elek­tro­ka­bel zur Ver­fü­gung gestellt. Die­ses habe ich abiso­liert und da mir die­ses zu starr war noch sicher­heits­hal­ber eine Stahl­draht­si­che­rung mit Schloss ange­bracht. Die­se neh­men wir eigent­lich, um die Stüh­le und den Tisch gegen eine ein­fa­che Mit­nah­me anzu­schlie­ßen.  Gespannt bin ich auf die Rück­fahrt, ob wir die Fäh­re ohne Hin­der­nis­se absol­vie­ren kön­nen. Der Aus­puff hängt ganz schön tief. 


Am Abend Kar­tof­fel­gra­tin. Auch hier­bei wie­der ein­mal viel zu viel. Zum Aus­klang noch die Nasen an den geschlos­se­nen Geschäf­ten in Kam­pen platt­ge­drückt. Wenn über­haupt Prei­se aus­ge­zeich­net waren, sind die­se bei Kla­mot­ten im vier­stel­li­gen Bereich. Das Wet­ter wird immer nas­ser und käl­ter. Zum Glück sind wir gut ein­ge­packt. Nur Doro will sich nicht so rich­tig bewegen. 

Der Mitt­woch fängt nebel­ver­han­gen an. Dar­um geht es heu­te vom Stand­platz direkt zu Fuß in den Nor­den. Hier ist der Strand­ab­schnitt sehr ruhig und ein­sam.  Dafür ist die See umso wuch­ti­ger. Auch die­se Rau­ig­keit lie­ben wir. Wobei es immer käl­ter und nas­ser wur­de. Ich glau­be bis zur Jugend­her­ber­ge sind wir noch gekom­men. Dann halt den Rück­weg ange­tre­ten. Es reg­net jetzt schon hef­tig.  Bei der Buh­ne 16 war der Betrieb noch nicht ein­ge­stellt. Hier haben Heiz­pil­ze uns etwas auf­ge­wärmt.  Auch eine Lin­sen­sup­pe gab es. Kurz vor Kam­pen fing es dann rich­tig doll an zu reg­nen. Jedoch was soll’s, da müs­sen wir durch und uns im Spir­to auf­wär­men. Raus aus den nas­sen Kla­mot­ten, war­me Socken an und die Hei­zung höher gedreht. Was ganz kom­pli­ziert war, sind die Sachen tro­cken zu bekom­men. Es gibt nicht genug Platz im Bad, wo die­se zunächst abtrop­fen kön­nen. Dann war Spir­to auch schon von innen an den Fens­tern kom­plett nass. So blieb nur Fens­ter öff­nen, lüf­ten las­sen und wei­ter hei­zen. Zwi­schen­durch die Fens­ter tro­cken­wi­schen, war­me Sachen anzie­hen und lesen. Auch so kann man einen gemüt­li­chen Abend verbringen. 

Nach der fünf­ten Nacht sind die­se Wer­te aufgetreten: 

Gas                              6%   0,68 kg                           =   0,55 kg ver­braucht plus neue Fla­sche in der zwei­ten Nacht
Strom                       85%                                            =   32,42 Ah ver­braucht                        
Kilo­me­ter­stand    3003                                           =    95 km
Was­ser                     80 Liter                                      =    80 Liter in fünf Tagen

Dänemark im Nirgendwo

Das Über­set­zen mit dem Schiff ging ohne Pro­ble­me. Eigent­lich hat­ten wir noch eine Stun­de Zeit für unse­re ange­kün­dig­te Fahrt. Jetzt kommt die Son­ne auch wie­der her­aus, so dass der Urlaub wirk­lich Spaß macht. Von der Nord­see geht es heu­te zur Ost­see. Wir haben ein­fach kei­ne Lust schon nach Deutsch­land zurück­zu­fah­ren. Quer durch Däne­mark. Mit 80kmh und Tem­po­mat konn­ten wir die Aus­sicht genie­ßen. 
Zunächst steht ein Ein­kaufs­bum­mel in der Stadt Apen­ra­de (Aaben­raa) an. Einen sehr guten Park­platz gleich in der Alt­stadt und ohne zu bezah­len gefun­den. Doro las­sen wir mal drin, dann ist mehr Zeit für uns bei­de. 
Man, hier ist alles schon auf Hal­lo­ween getrimmt. Vor dem Rat­haus auf der klei­nen Stra­ße und auf Plät­zen sind über­all Gerip­pe, Figu­ren und ähn­li­ches ver­teilt. Auf­ge­fal­len sind uns hier die vie­le Fri­seur­ge­schäf­te, Opti­ker. Viel­leicht ist es güns­ti­ger als in Deutsch­land? Wenig Haus­rat, also Home­de­sign was ja eigent­lich so zu Däne­mark gehört. Im orts­an­säs­si­gen (ein­zi­gen) Bäcker gab es Brot und Kuchen für uns zur Auf­fri­schung der Vor­rä­te. Eigent­lich woll­ten wir hier Kaf­fee trin­ken, haben es dann jedoch nicht gemacht. 


Nun geht’s wei­ter, um einen Stell­platz für die Nacht zu suchen. Dazu haben wir die App befragt und wirk­lich einen super gei­len Stell­platz gefun­den. Schon die Fahrt durchs Land war ange­nehm gemüt­lich. Weil man nur maxi­mal 80 km/h fah­ren darf ist alles schön ent­spannt. Mit dem Tem­po­mat noch wesent­lich ruhi­ger. Als wir an dem Platz kamen stan­den schon zwei Fahr­zeu­ge dort. Ein klei­ner Bus und Pkw aus Deutsch­land. Der Strand hier ist sehr stei­nig. Ob man hier im Som­mer baden kann? Bestimmt, nur mit dem Son­nen­ba­den wird es wegen der Stei­ne schwie­rig. Dafür hat der Park­platz eine Toi­let­te, einen Grill­platz und einen gro­ßen Mülleimer. 


Im Lau­fe des Nach­mit­ta­ges sind dann bei­de Fahr­zeu­ge los­ge­fah­ren und so waren wir allein. Ein klei­ner Spa­zier­gang brach­te uns zu einer öffent­li­chen Toi­let­te laut Maps mit­ten im Wald. Das woll­ten wir uns unbe­dingt anse­hen.  Wirk­lich, mit­ten im Wald direkt an der See eine Toi­let­te. Sogar sau­ber und mit Papier. Dane­ben ein „Bau­wa­gen“ für die Fischer hier vor Ort. 


Wind­ge­schützt und ein­ge­mum­melt, hin­ter Spir­to mit Blick auf die Ost­see haben wir den Abend aus­klin­gen las­sen.  Gleich früh wur­de der Müll abge­holt, Kin­der­gar­ten­kin­der kamen mit zwei klei­nen Bus­sen und erober­ten den Strand. 


Wir mach­ten uns nach einem guten Früh­stück auf den Weg ein wenig in die nörd­li­che Rich­tung. Den Wan­der­weg haben wir auf den Hin­weis­schil­dern gefun­den. Die Wege sind hier super aus­ge­schil­dert. Auch der Herbst hat sei­ne schö­nen Sei­ten. Im Som­mer muss es groß­ar­tig sein, im Schat­ten der Bäu­me und Sträu­cher zu lau­fen. 
Nach der Hälf­te kamen wir an einem Platz vom Kanu­sport­ver­ein vor­bei. Auf die­sem Platz herrsch­te Luxus. Eine gro­ße behin­der­ten­ge­rech­te Toi­let­te mit Hei­zung und fri­schen Hand­tü­chern. Man glaubt es kaum. Dann noch ein rie­si­ger über­dach­ter Grill­platz mit Holz­schei­ten an der Sei­te. Weit und breit kein Mensch. Auch hier könn­te man zu die­ser Zeit wirk­lich gut ste­hen. Wei­ter dann durch Wald und Wie­sen an einem See ent­lang bis zu uns nach Hause. 

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Eggernförde

Wie­der fah­ren wir mit Spir­to auf der Land­stra­ße. Nach gut einer Stun­de pas­sie­ren wir die Gren­ze und sehen erstaunt, dass alle Rei­sen­den nach Däne­mark kon­trol­liert wer­den. Auf unse­rer Sei­te ste­hen nur Schil­der, sich nach der Heim­kehr auf Coro­na prü­fen zu las­sen. 
Unser Ziel heu­te soll das Ost­see­bad Dump sein. Lan­ge ein­sa­me Fahr­ten über lee­re Stra­ßen, bis wir an den Orts­ein­gang kamen. Hier waren dann schon wie­der jede Men­ge Leu­te unter­wegs. Über­all Park­ver­bot und der Hin­weis, dass die Num­mern­schil­der per Video über­wacht wer­den. Trotz­dem sind wir bis zum Strand gefah­ren. Nach einer hal­ben Minu­te war klar, dass wir wei­ter­fah­ren. Nur raus aus die­sem Nest. Alte Leu­te, Kur­be­trieb, Bet­ten­bur­gen an Hotels und vol­le Strän­de. 
So ging unse­re Fahrt nach Eggern­för­de. Schon mal gehört, ken­nen wir jedoch nicht. Ein kos­ten­frei­er Platz an der Stra­ße direkt gegen­über der Ost­see. Von Okto­ber bis April kos­ten die­se Plät­ze nichts. Sonst pro Stun­de 1€. Nach vier Minu­ten Spa­zier­gang an der Strand­pro­me­na­de waren wir schon in der klei­nen nied­li­chen Innen­stadt. Den Abend haben wir mit meh­re­ren Pro­ben vom Kie­ler Bier (Lil­le) ver­bracht. Zum Naschen bekam jeder einen vega­nen Bur­ger mit unter­schied­li­chen Bei­la­gen. Scha­de, dass der Laden nur bis 22.00 Uhr offen hat. 
Zurück in Spir­to kam nach zwei Minu­ten die Über­ra­schung. Direkt hin­ter der Stra­ße durch eine klei­ne Hecke ver­deckt fuhr eine nor­ma­le Bahn. Immer von Kiel nach Flens­burg und zurück. War anfangs gar nicht zu sehen gewe­sen. Nur die Hecke und dahin­ter die Häu­ser.  Gut, so schlimm war es jetzt auch nicht. Die Nacht über hat­ten wir zwei Mal die­sen Zug gehört. Die Stra­ße war auch ruhig. 


Am Abend hat­ten wir uns schon in Brauns­berg ange­mel­det. So ging es dann nach dem Früh­stück in Rich­tung Gade­busch und Schwe­rin. Ach ja, ein kur­zer Abste­cher nach Lübeck soll­te uns die Weih­nachts­vor­rä­te noch auf­fül­len las­sen. Da Nie­der­eg­ger zwar bekannt jedoch zu viel Zucker haben soll, sind wir zur Mest GmbH gehuscht und haben uns dort ein­ge­deckt. Ein­zig die vega­nen Eli­sen Leb­ku­chen haben wir dann noch nicht gekauft.  11,95€ für fünf Stück war uns dann doch etwas zu viel. 

Schwerin und Braunsberg

In Schwe­rin mach­ten wir einen Zwi­schen­halt auf einem Platz in der Nähe des Schlos­ses. Hier kos­tet die Stun­de 4,50€ und der Tag 30€. Ganz schön hap­pig. Wei­ter dann zur Über­nach­tung nach Brauns­berg. Zum Abend für alle vier gab es eine Gemü­se­pfan­ne aus dem Omnia. Die ers­ten Ein­drü­cke wur­den auch schon aus­ge­tauscht und alle Neu­ig­kei­ten aus dem Umfeld abgeholt. 

Fast ein wenig weh­mü­tig dann am Sonn­tag nach Hau­se. Die Woche hat uns bei­den gut­ge­tan. Es war eine gute und rich­ti­ge Ent­schei­dung Spir­to zu kau­fen. Es ist wirk­lich so, dass, wenn man ein­steigt, schon der Urlaub anfängt. Ich mer­ke das mit dem Fah­ren (eine redu­zier­te Geschwin­dig­keit) und Musel sitzt ent­spannt, teil­wei­se die Füße hoch, neben mir. 

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